Lagoa seco perto da Praia do Arrumbado / Luis Correia / BR-PI

Ausbildungspraxis

Als Gestalttherapeutin der 2. Generation von Gestalttherapeutinnen und Gestalttherapeuten in Deutschland habe ich meine Gestaltausbildung 1974 am Fritz-Perls-Institut, Düsseldorf (1), in der zweiten, von diesem Institut in Frankfurt am Main angebotenen Ausbildungsgruppe begonnen. Meine ersten Ausbilder waren Jürgen Lemke, Willi Rihs und Hildegund Heinl. Weitere Seminare habe ich unter anderem bei Hilarion Petzold belegt. Ich habe das Glück, die Begründerin der Gestalttherapie, Laura Perls, persönlich kennengelernt und ein Mitglied der ersten Generation von Gestalttherapeuten, Elisabeth von Godin, als eine meiner Lehrerinnen erlebt zu haben.

Wichtige Ausbilder waren außerdem Sidney Gershonson und Gerald Kogan, George-Isaak und Judith Brown, Leland Johnson, meines Wissens alle direkte Schüler von Fritz Perls, welcher zusammen mit Laura Perls, Ralph F. Hefferline und Paul Goodman die Gestalttherapie entwickelt und begründet hat. Alle diese Erfahrungen und Begegnungen haben meine gestalttherapeutische Arbeitsweise in besonderem Maße geprägt. 

Somit verfüge ich über eine sehr lange Berufspraxis als Gestalttherapeutin und als Lehrtherapeutin. Ich bin Zeitzeugin der Entwicklung der Psychotherapie und insbesondere der Gestalttherapie in Deutschland und habe diese Entwicklung mitgeprägt, vor allem im Rahmen meiner Tätigkeit als Mit-Begrüderin und Fortbildungsleiterin am Gestalt-Institut Frankfurt am Main e.V. von 1979 bis 2003 sowie in der Ausübung meiner berufspolitischen Aktivitäten für den Deutschen Schulen- und Berufsübergreifenden Dachverband für Psychotherapie DVP e. V. von 1998 bis 2009*. Ich war Vorstandsmitglied des DVP von 2001 bis 2009, davon in der Funktion der Stellvertretenden Vorsitzenden von 2001-2003 und der der Vorstandsvorsitzenden von 2003 bis 2009. In diesen Jahren habe ich den DVP im Europäischen Dachverband für Psychotherapie EAP** vertreten und war somit insbesondere an dem Prozess der Entwicklung eines schulenübergreifenden Berufsmodells mit einem integrativen, berufs- und und schulenübergreifenden Berufsverständnis mit dem Ziel der Psychotherapie als eigenständiger wissenschaftlicher Disziplin – nicht als ausschließlich der Psychologie und der Medizin unterstellter Methode, beteiligt.

Dieser Ansatz eröffnet zum einen auch anderen Berufsgruppen als Psychologen und Ärzten den Zugang zur Psychotherapeutenausbildung und und vor allem zum Beruf des Psychotherapeuten. Er beinhaltet ferner die wissenschaftliche Validierung von wesentlich mehr Psychotherapieverfahren, als dies in Deutschland der Fall ist. Im Rahmen des Europäischen Dachverbandes für Psychotherapie EAP wurde auf der Grundlage dieses Psychotherapieverständnisses von den damals beteiligten Psychotherapeuten aus verschiedenen europäisichen Ländern 1998 in Rom das Europäische Zertifikat für Psychotherapie ECP verabschiedet. Es basiert in hohem Maße auf dem Österreichischen Psychotherapiegesetz, welches derzeit ca. knapp 30, heute noch 23 psychotherapeutische Methoden anerkennt. 

*Bei der in diesem Text mit der Bezeichnung „DVP“ verlinkten Verband (DVP) handelt es sich um den Nachfolgeverband des früheren DVP, in welchem ich mitgearbeitet habe. Die Zielsetzung ist überwiegend identisch.  

** Der EAP, European Association for Psychotherapy, ist Dachverband für die nationalen Methodenverbände in Europa, welche im EAP organisiert sind. So ist die Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie DVG e. V. Mitglied im EAP und zugleich in der EAGT, der European Association for Gestalt Therapy. 

 

Mein Praxisverständnis

Meine Arbeitsweise basiert auf diesen frühen Einflüssen, modifiziert durch meine eigenen Praxis- und in hohem Maße Lebenserfahrungen, wie auch einer kritischen Auseinandersetzung mit diesen Einflüssen, sowohl hinsichtlich der von ihnen entworfenen Theorien und deren Anwendung wie auch deren Weiterentwicklung durch spätere Generationen und jüngere Theoriebildung.

Ich bin bestrebt, dass meine mir persönlich wichtigen Werte wie Respekt vor der Individualität, Freiheit und dem freien Willen jedes Menschen, meine Glaubwürdigkeit, Authentizität, Exaktheit und Präzision sich in meiner Arbeit widerspiegeln. Dass mein Mitgefühl und meine Menschenliebe wie auch die Liebe zu mir selbst, zum Leben und für diese Erde als einmaligem, in höchstem Maße gefährdetem Planeten, darin erkannt werden können, dass ich nicht zu viel Wichtiges übersehe und meine Fehler erkenne und einsehe.

Ich sehe mich gleichwohl als „global citizen“, als Europäerin wie auch als Deutsche und liebe nicht nur dieses mein Land, sondern auch Brasilien, Island, Frankreich, Montenegro und die kurische Nehrung und Litauen, um nur einiges zu nennen. Jedwede Form von Nationalismus, Rassismus und Gewalt verabscheue ich. Dabei habe ich den Glauben noch nicht verloren, dass auch  gewaltbereite Menschen mit einer rassistischen oder nationalistischen Einstellung von Gestalttherapie profitieren könnten. 

Gestalttherapie heute, basierend auf den Entdeckungen und Erkenntnissen ihrer Gründerväter und -mütter, ist gegenwartsbezogen. 

Dies bedeutet, sie ist  orientiert an den gegenwärtigen Lebensbedingungen, den politischen Verhältnissen und wirtschaftlichen Determinanten, unter welchen gesellschaftliches Leben stattfindet, d. h. … 

Transfer früher Konzepte und Modifikation der Gestalttherapie in die Gegenwart

Umfassende Kenntnisse der gestalttherapeutischen Methodiken und Techniken mit Transfer in die Gegenwart vor dem Hintergrund gravierender gesellschaftspolitischer Veränderungsprozesse in Zeiten von vermehrter Migration, dem Zusammentreffen unterschiedlichster Kulturen und Religionen, Neofaschismus, Ängsten vor Terrorismus und vermehrter Gewalt, gesellschaftlichen Spaltungen, Verlust an Glauben und Vertrauen in Regierungen und Institutionen, zunehmender Unsicherheit, zunehmender Verarmung breiter Schichten nicht nur in der Weltbevölkerung, sondern auch in Deutschland bei gleichzeitigem Zuwachs an Reichtum immer kleinerer Bevölkerungsanteilen; Integration weiterer geeigneter Psychotherapieverfahren in die Gestalttherapeutische Praxis…

Bei allem kommt der Bearbeitung der Biographie wie auch dem gezielten Umgang mit (zunehmender) Traumatisierung eine große Bedeutung zu.

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Gisela Steinecke

Gestalttherapie – Ausbildungskandidatinnen und -kandidaten, die sich angesprochen fühlen, sind herzlich willkommen zur Absolvierung ihrer Einzellehrtherapien.

Ich bin anerkannte Einzellehrtherapeutin des Eichgrund-Institutes in Groß-Umstadt.